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Begleiten Sie uns auf einer kleinen Zeitreise: Erfahren mehr über Singles-Kontaktanzeigen und wie sich die Gesellschaft über die Jahrhunderte hinweg mit diesem Thema beschäftigte. Woher stammen beispielsweise die zahlreichen Abkürzungen in den Print-Anzeigen und was hat es mit der erotischen Variante der Kontaktanzeige auf
sich?
Es gibt Momente, da ist es erstaunlich, wie schwer den Menschen die Akzeptanz der Singles-Kontaktanzeigen in den verschiedenen Epochen taten - egal ob es sich Heiratsgesuche, Partnergesuche oder Bekanntschaftsanzeigen in einer Zeitung oder auch um die heutigen Singles-Kontaktanzeigen im Internet handelt. Alle Formate dieser Anzeigen hatten eines gemeinsam: ihr Weg zur Akzeptanz und schließlich zum Erfolgszug war steinig und nicht immer von Akzeptanz geprägt.
Warum wurden Singles-Kontaktanzeigen verachtet:
Das Bürgertum stellte stets an sich den Anspruch moralisch streng und vor allem sicher im Urteil zu sein. Schaut man sich diese Moral jedoch genauer an, fällt bald auf, dass dies nur dadurch gelingen konnte, indem um alle Geschehnisse innerhalb der Familie eine undurchdringliche Fassade aufgebaut wurde. So war von außen nicht ersichtlich welchen Vorlieben dahinter nachgegeben wurde und welche Verwirrungen eventuell daraus resultierten. Damit diese Fassade jedoch auch hielt, musste jede noch so kleine Tendenz vermieden werden, die das private Leben hätte öffentlich werden lassen – aus dieser Gepflogenheit entstand der Satz „darüber spricht man nicht“ und erstickte als solcher jeden kleinen Anflug von Kommunikation im Keim. Eine Singles-Kontaktanzeigen vielleicht noch mit einem war jedoch das genaue Gegenteil – die eine Hand musste hinaus in die Öffentlichkeit gestreckt werden, um möglicherweise einen Ring zu erhalten. Natürlich entbrannten im Resultat heftige Diskussionen über die „Schicklichkeit“ einer solchen Anzeige.
Geschichte der Singles-Kontaktanzeigen:
Schon nach kurzer Zeit entstanden verschiedene Meinungen über diese Singles-Kontaktanzeigen:
- „Bei dem Inserenten kann ja irgendetwas nicht in Ordnung sein, sonst hätte er innerhalb der Familie oder einem Bekannten um die Vermittlung gebeten.“
- “Es schickt sich nicht, mit einer solchen Anzeige an die Öffentlichkeit zu gehen, das bringt nichts Gutes mit sich.“
- „Das Schicksal oder die Vorsehung hat bereits einen Partner ausgewählt oder jemanden zur Ehelosigkeit bestimmt. Es ist frevelhaft, hier einzugreifen“.
Bereits nach kurzer Zeit sah man immer mehr Singles-Kontaktanzeigen, welche die Phrase „Ich suche auf dem heute kaum mehr ungewöhnlichem Wege …“ enthielten. Diese sollte nach außen als Rechtfertigung gelten. Doch sie konnte nicht übertünchen, was die bürgerliche Gesellschaft wirklich von den Inserenten dachte. Damen und Herren, die sich so kennengelernt hatten, wurden als „Anzeigenbekanntschaften“ bezeichnet. Man zeigte ihnen deutlich, wie stark diese Verachtung war. Zahlreiche dieser Paare verschleierten daher die Gegebenheiten ihres Kennenlernens und verlegten sie beispielsweise auf eine Veranstaltung zur passenden Zeit, an welcher sie beide "zufällig teilgenommen" hatten. Bis zum Ende des 20ten Jahrhunderts galt, dass man es besser niemals kundtat, dass man sich über eine Singles-Kontaktanzeige bzw. einer Bekanntschaftsanzeige (welche der Nachfolger von Heiratsanzeigen war) kennengelernt hatte.
Singles-Kontaktanzeigen im Internet – rund 7.000.000 sind dabei, ich aber nicht...
Auch der Singles-Kontaktanzeigen im Internet ging es kurz nach ihrer "Geburt" nicht viel anders als den Anzeigen mit Partner- oder Heiratsgesuchen in den verschiedenen Zeitungen. Zunächst hieß es in der Öffentlichkeit, dass diese Anzeigen im Internet nur von IT-Studenten aufgegeben wurden oder aber von Männern, die lediglich auf der Suche nach einem Seitensprung waren. Anschließend folgte die Phase in der sich die verschiedenen Medien auf die Singles-Kontaktanzeigen stürzten und lenkten damit auch die Aufmerksamkeit der Partnersuchenden auf das neue Möglichkeit Kontakte zu knüpfen. In der Folge erlebten Partnervermittlungen und Singlebörsen einen regelrechten Hipe Angebote. Fragte man jedoch im eigenen Bekanntenkreis nach, so kannte der Gefragte wenn überhaupt immer nur jemanden, der wiederum jemanden kennt, der angeblich im Internet auf Partnersuche ist... Inzwischen ist die Singles-Kontaktanzeigen und damit auch die Partnersuche im Internet von der Gesellschaft akzeptiert. Mehr als 7.000.000 Singles nutzen heute die verschiedenen Angebote zur Partnersuche Online und geben es auch gerne zu. Online-Dating ist heute hip und liegt voll im Trend. Längst ist es kein Tabu mehr vom Online Flirt oder dem Partnergesuch in einer Singlebörse zu erzählen. Ganz im Gegenteil wird amüsiert über die letzten Online Dates berichtet.
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