Exklusivinterviews mit Singleseiten  » Marc Christian

"Fakes entlarven sich durch Auffälligkeiten, durch die FriendScout24 sie von realen Mitgliedern unterscheidet."

Marc Christian

Vice President 'Customer Service und Fraud Prevention' bei FriendScout24

Wir führten das Interview am 28. Mai 2013.

Share!

Ganze 10 Mio. Mitglieder sind es im deutschsprachigen Raum, darunter 575.000 in Österreich, und täglich kommen 10.000 neue Anmeldungen dazu bei Friendscout24. Wer sich diese Zahlen vor Augen führt, weiß zu schätzen, was die Mitarbeiter der Fraud Prevention bei Friendscout24 leisten, um die Singles auf dem Kontaktanzeigenportal vor Fakes und Internetbetrügern zu schützen. Wir konnten im Gespräch einen Blick hinter die Kulissen werfen.

Das ist FriendScout24.at:

Bekanntestes Partnerportal im deutschsprachigen Raum, 1999 gegründet, 2016 umbenannt in LoveScout24

Gesamtbewertung:

Größe der Kartei:

550.000
Österreicher seit 2012

Premium-Kosten:

ab 19,99€ / Monat

Herr Christian, wie erklären Sie einem Freund, der nicht vom Fach ist, in nur 2 Sätzen, was Sie beruflich machen?

Oh, für Sie werde ich es sogar in nur einem einzigen Satz versuche: Ich bin bei Deutschlands Partnerportal Nr. 1 beschäftigt und verteidige dort unsere beiden höchsten Werte: Seriosität & Sicherheit.


Das ist aber mal ein außergewöhnlicher Job! Wie lange sind Sie denn schon bei Friendscout24?

Ich zähle quasi zu den Urgesteinen der Truppe und bin hier schon seit mehr als 10 Jahren mit Sicherheitsthemen und Kundenservice beschäftigt. Seriosität und Sicherheit haben bei uns höchste Priorität, daher gibt es bei FriendScout24 dafür auch einen eigenen Geschäftsbereich.

Fakes und Betrugsprofile entlarven sich meist selbst durch eine Reihe von Verhaltensauffälligkeiten, durch die man sie ganz klar von einem realen und seriösen Mitglied bei uns unterscheiden kann.

Was uns ja brennend interessiert, sind die Größenverhältnisse in Bezug auf Fake-Profile: Wie viele Profile werden denn insgesamt pro Tag bei FriendScout24 gebaut?

Pro Tag gibt es in etwa 10.000 Neuregistrierungen bei FriendScout24, und bis auf eine kleine Minderheit sind das Profile von echten Partnersuchenden - mit dem Wunsch nach einer langfristigen Lebenspartnerschaft, einem Flirt-Date oder einem Abenteuer. Aber auch das "bis auf eine kleine Minderheit" ist uns zu viel! Um sie erfolgreich zu minimieren, agieren wir bereits bei der Anmeldung als "Türsteher" und hindern verdächtige und unseriöse Profile durch eine ganze Reihe von Sicherheitsfiltern daran, in unserem System überhaupt aktiv werden zu können.


Und wie viele Profile werden in diesem Zuge von Ihnen entfernt, wenn Sie etwa verdächtige Aktivitäten festgestellt haben? Wodurch wird ein neuer User überhaupt auffällig?

Wenn es ein unseriöses Profil tatsächlich durch unseren Kontrollfilter durch geschafft hat, spüren wir es in der Regel spätestens zu dem Zeitpunkt auf, zu dem es anfängt, sich auf dem Portal aktiv zu bewegen.

Fakes und Betrugsprofile entlarven sich meist selbst durch eine Reihe von Verhaltensauffälligkeiten, durch die man sie ganz klar von einem realen und seriösen Mitglied bei uns unterscheiden kann. Das sind in erster Linie alle Abweichungen von einer 'normalen' Profilgestaltung, die ungewöhnliche Anzahl verschickter Nachrichten oder Texte mit immer gleichbleibenden Standard-Formulierungen.

Gut 90 % der Fakes werden automatisch erkannt und durch uns direkt aus dem System entfernt. Profile, die von anderen Mitgliedern gemeldet oder von unseren Filtern nicht eindeutig erkannt wurden, überprüfen unsere Mitarbeiter dann manuell und entsorgen sie zuverlässig aus dem System.


Wer ist denn im Fraud Prevention Team von Friendscout24 erfolgreicher bei dieser Jagd - die Mitarbeiter oder die Computer?

Ganz klar: Bei uns arbeiten Mensch und Maschine als erfolgreiches Team zusammen und stehen nicht etwa in Konkurrenz zueinander. Denn wir wissen, dass unsere elektronischen Filter nur so gut sein können wie die Cracks, die sie entwickelt haben, pflegen und weiterentwickeln!

Deshalb bleiben wir auch in der Optimierung der automatischen Filter bei Friendscout24 nicht stehen, Fortschritte gibt es hier nicht durch selbst lernende Filter allein. Aus diesem Grund gibt es ja auch ein eigenes Entwicklerteam, das sich fast ausschließlich mit diesem Thema befasst.


Wie viele Spezialisten arbeiten denn insgesamt in diesem Bereich?

In unserem Geschäftsbereich "Customer Care & Fraud Prevention" sind in toto 32 Mitarbeiter beschäftigt. Fünf Leute kümmern sich als Kernteam allein um die permanente technische Weiterentwicklung. Die restlichen Mitarbeiter zirkulieren zwischen Aufgaben wie, Telefonsupport, E-Mail-Beantwortung, manuellem Fake-Monitoring sowie Freischaltung von Texten und Fotos. Durch diese Rotation beugen wir der Betriebsblindheit vor.

Bleiben also nur noch diejenigen 'doofen' Mitglieder, die erst dann auffallen, wenn andere User sie als verdächtig bei Ihnen melden, richtig? Wie viele sind da denn noch übrig?

Den Großteil aller Schwarzen Schafe erwischen wir in der Tat schon durch unsere eigenen Filter und das Monitoring. Auf diese Weise sind Profile, die wir erst auf einen Kundenhinweis bemerken, relativ selten geworden. Sie machen aktuell nur noch etwa drei Prozent der gesamten Sperrungen aus.


Welche anderen Datingportale sind top?

testbericht Parship.at

 1.
Parship.at

testbericht LoveScout24.at

 2.
LoveScout24.at

testbericht ElitePartner.at

 3.
ElitePartner.at


Schauen wir mal auf die letzten 10 Jahre zurück - welche Wellen von Betrügern gab es da jeweils und was ist aktuell die größte Bedrohung?


Vor einigen Jahren kam es auf Datingportalen öfter vor, dass Mitglieder in teure SMS-Chats gelockt wurden. In der Regel fungierten sehr attraktive Frauenprofile als Lockvögel. Sie kontaktierten die Männer und gaben zum Beispiel vor, nicht mehr am Rechner sitzen, sich aber gerne per SMS weiter unterhalten zu wollen. Um die Männer zu locken, stellten sie ihnen etwa ein schnelles Treffen am selben Abend in Aussicht.  Und so ein SMS-Plausch konnte dann schnell sehr teuer werden.

Heute agieren eher Romance-Scammer , auch bekannt als "Nigeria-Connection" oder "419 Scam" erfolgreich auf Dating-Portalen, denn ihre ausgeklügelte Betrugsmasche ist wirklich schwer zu durchschauen. Diese Betrüger gehen richtig psychologisch vor und verstehen es, auf subtile Weise Druck aufzubauen. Zuerst lassen sie sich gewöhnlich viel Zeit für die Erstellung eines Profils und bauen zu Beginn erst einmal online eine Art Chat-Beziehung auf.

Klassischerweise wird der Kontakt über einen längeren Zeitraum, oft Wochen, manchmal Monate aufgebaut, bis dann Situationen eintritt, in denen sie dringend Geld brauchen.


Sobald das Opfer ihnen vertraut und sich im Glauben wähnt, das Gegenüber schon recht gut zu kennen, fangen die Scammer geschickt an, ihnen größer werdende Geldsummen abzuschwatzen. Gerne geschieht das im Kontext mit tragischen Familiengeschichten und stets unter der Beteuerung, das erhaltene Geld bald möglich zurück zu zahlen.

Weil wir uns tagtäglich mit diesen Themen auseinandersetzen, haben wir inzwischen sehr viel Wissen auf diesem Gebiet gewonnen. Und das stecken wir dann wieder in die Optimierung unserer Filter- und Screening-Methoden. Auf diese Weise erkennen wir unseriöse Profile meist schon, ehe sie überhaupt die Chance haben, auf der Friendscout-Plattform eine virtuelle Beziehung aufzubauen und schützen so unsere Kunden.

Aber obwohl diese Fälle bei uns dadurch sehr selten vorkommen, warnen wir dennoch und weisen unsere Mitglieder darauf hin: Wenn es um Geld geht, sollten sofort die Alarmglocken schrillen! 


Mit welchen Methoden werden bevorzugt Frauen und mit welchen Männer abgezockt? Gibt es da überhaupt Unterschiede?

Ja, die gibt es schon. Um Männer rumzukriegen, locken attraktive Damen zunächst eine Weile über Chats. Sobald eine erste Vertrauensbasis aufgebaut wurde, schlägt die Frau ein Treffen vor. Dann beginnen meist schon die Fragen nach Geld - etwa für ein Visum, die Fahrkarte oder den Flug, um sich zu besuchen. Ständig kommen dann neue Posten dazu.

Fraud Prevention bei Friendscout24


Um Frauen zu ködern, werden gerne ergraute, etwas gesetzter wirkende Herren als Profil angelegt. Sie treten beispielsweise als amerikanischer Geschäftsmann auf und sind bedingt durch ihren Beruf natürlich weltweit unterwegs. Klassischerweise wird der Kontakt über einen längeren Zeitraum, oft Wochen, manchmal Monate aufgebaut, bis dann Situationen eintritt, in denen sie dringend Geld brauchen. Entweder muss eine Erbschaft ausgelöst werden oder ein Visum bedarf der Erneuerung oder es dreht sich um eine familiäre Tragödie.

All diese Tricks mögen einem als so durchschaubar erscheinen, dass man kaum glauben mag, überhaupt jemand könne darauf hereinfallen. Doch Opfer gibt es tatsächlich in allen Bevölkerungs-, Bildungs- und Einkommensschichten.


Was wir schon immer mal wissen wollten: Um bei FriendScout24 aktiv zu werden, ist ja eine Zahlung fällig. Wie machen das denn die Betrüger bei Ihnen? Zahlen sie etwa, und lohnt sich das für die?

Generell haben wir mit großer Freude festgestellt, dass sich Betrug bei Friendscout24 offenbar immer weniger lohnt, denn seit dem intensiven Start unserer Anti-Fraud-Maßnahmen haben wir eine stetige Abnahme der unseriösen Profile verzeichnet. Aber am klarsten wird das immer noch im Kundenfeedback: Wir haben es geschafft, die Menge an Fake-Meldungen unserer Nutzer in den letzten 10 Monaten um fast 90 % zu senken. Und darauf sind wir auch mächtig stolz!

Es ist schlimm, aber Realität: Betrüger sind heutzutage schlau genug, nicht mit ihrem eigenen Geld zu bezahlen. Es ist bedauerlicherweise inzwischen geradezu einfach, an gestohlene Kreditkarten oder Bankverbindungen von gemeinnützigen Vereinen und Firmen ran zu kommen. Deshalb sensibilisieren wir unsere Mitglieder auch schon bei der Anmeldung für das Thema Sicherheit.


Nehmen wir mal ein unzufriedenes Mitglied, das hundert Mails geschrieben hat, aber keine einzige Antwort bekam und deshalb sagt: „Bei FriendScout24 sind doch alle Profile nur Fakes!“ Was erwidern Sie?

So ein Feedback bekommen wir tatsächlich relativ selten. FriendScout24 ist das Partnerportal Nr. 1 in Österreich, Schweiz und Deutschland. Wir freuen uns rund 7.000 Mal im Monat über Feedbacks unserer Mitglieder, die sagen: „Ja, ich habe mich bei FriendScout24 verliebt!“.

So einem Mitglied wie auch allen anderen Partnersuchenden würde ich deshalb einen Tipp geben: Zeit und Mühe bei der Erstellung des Profils lohnen immer, denn ohne Foto und mit Einsilbigkeit beim Anschreiben kommt man nur schwer zum ersehnten Erfolg. Bei Friendscout24 helfen wir unseren Mitgliedern gerne, ihr Profil zu optimieren und geben Ratschläge zur Auswahl des passendes Bildes.

Was zum Beispiel immer gut ankommt, ist Kreativität uns treffsichere Wortwahl in den Freitextfeldern. Und wenn da schon alle Möglichkeiten ausgeschöpft sind, raten wir zu einer noch aktiveren Nutzung unseres Angebots, zum Beispiel durch die Möglichkeiten der mobilen Nutzung und die speziellen App-Features. Und dann klappt es auch mit dem Date!


Hegen Sie die reale Hoffnung, irgendwann Ihre Mitgliederkartei komplett sauber zu bekommen?

Sehen Sie es mal so: Wo es Hochzeiten gibt, gibt es auch Heiratsschwindler. Natürlich ist die 300 %ige Sicherheit eine Illusion. Aber das gilt für das Kennenlernen in der Disko  in gleicher Weise wie für die Internet-Partnersuche. Wir entwickeln die  Sicherheitsmaßnahmen bei Friendscout ja permanent weiter und haben dabei einen sehr hohen Qualitätsanspruch an uns selbst. So gerne wir das aber hätten, ist auch dann noch nicht zu verhindern, dass einzelne schwarze Schafe dennoch in unser System gelangen.

Aus diesem Grund legen wir unseren Mitgliedern immer wieder ans Herz, nicht zu vertrauensselig zu sein und auch bei aller Verliebtheit nicht gleich den gesunden Menschenverstand auszuschalten. Eine gewisse Vorsicht ist immer gut, egal wo man neue Menschen kennen lernt.


Herr Christian, wir bedanken uns herzlich für dieses interessante Gespräch und wünschen Ihnen weiterhin das Beste mit FriendScout24!

Neugierig geworden?

Das Interview führte:

Daniel Baltzer beobachtet seit 2006 die Welt der Singlebörsen in Österreich und gilt in den Medien als führender Experte zum Thema. Seine Frau hat er allerdings nicht online kennen gelernt.
» Ich freue mich auf Ihre Anregungen!

Die weiteren Interviews neben dem mit "FriendScout24.at":

Markus Mellmann von candidate-app
candidate-app

"Bei Candidate führen über 50 Prozent der Matches Unterhaltungen im Chat!"

Markus Mellmann
Mitgründer der Candidate-App

(Kontaktanzeigen-Seite, 3. September 2018)

Markus Arnold von whispar
whispar

"Beim Reden kommen die Leute zusammen. Wer eine Beziehung will, sollte miteinander sprechen."

Markus Arnold
Mitgründer & Investor von Whispar

(Kontaktanzeigen-Seite, 29. Juni 2018)

Michael Pilzek von LoveScout24.at
LoveScout24.at

"LoveScout24 steht für das volle Fünf-Gänge-Menü der Partnersuche und nicht nur für die Vorspeise."

Michael Pilzek
Geschäftsführer von LoveScout24.at

(Kontaktanzeigen-Seite, 8. Juni 2017)

Christian Kirschey von Bildkontakte.at
Bildkontakte.at

"Das durchschnittliche Mitglied, das bei Bildkontakte auf Partnersuche geht, ist im Laufe der Zeit reifer geworden."

Christian Kirschey
Geschäftsführer von Bildkontakte.at

(Kontaktanzeigen-Seite, 4. April 2017)

Kathrin Fankhänel von SingleMitKind.at
SingleMitKind.at

"Die Mitarbeiter von SingleMitKind.at sind von der Sache überzeugt. Sie geben alle ihr Bestes."

Kathrin Fankhänel
Mitgründerin von SingleMitKind.at

(Kontaktanzeigen-Seite, 18. März 2017)

Dominik Burgstaller von Bussi
Bussi

"Ehrlich gesagt: Bussi.at macht sich um die Mitbewerber nur wenig Gedanken."

Dominik Burgstaller
Mit-Gründer von Bussi.at

(Kontaktanzeigen-Seite, 5. Februar 2017)

Alle 45 Interviews mit Singleseiten...

Genug Interviews gelesen!
Jetzt ein Testsieger-Datingportal aussuchen!

Partner- vermittlungenTop- SinglebörsenSeitensprung- AgenturenDating-Apps für UnterwegsOsteuropa- Agenturen

Partner-
vermittlungen

Top-
Singlebörsen

Seitensprung-
Agenturen

Dating-Apps
für Unterwegs

Osteuropa-
Agenturen