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"Ist Friendscout24 im App-Bereich ein ernstzunehmender Konkurrent zu unserem LOVOO? Wohl eher nicht!"

Tobias Börner

CMO und CO-Gründer von LOVOO

Wir führten das Interview am 20. Jänner 2014.

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Dieses Angebot boomt! In Österreich gibt es keinen schneller wachsenden Dating-Service als LOVOO. Woran das liegt und was LOVOO von den Angeboten der Konkurrenz unterscheidet, erfahren Sie im folgenden Interview mit Tobias Börner, dem dem Chief Marketing Officer und Co-Gründer von LOVOO.

Das ist Lovoo Flirt-App:

Als App gestarteter Dating-Service mit Flirtradar, Gründung 2011 in Leipzig

Gesamtbewertung:

Größe der Kartei:

1.500.000
seit Gründung 2011

Premium-Kosten:

nutzbar ab 0,- €

Herr Börner, wenn man sich so die Historie von LOVOO anschaut, dann fällt einem auf, dass bei Ihrem Unternehmen einiges andersherum lief als bei anderen. So kam bei LOVOO zum Beispiel zu erst die iPhone-App und später erst die Webseite. Hätte es dann nicht auch nur die App getan? Die Konkurrenz verlagert ja heute immer mehr auf die mobilen Services...

Börner (lacht): Das könnte man meinen, ja. Aber die Realität sieht etwas anders aus. So ist es natürlich richtig, dass unsere beliebteste Anwendung nach wie vor das Live-Radar auf GPS-Basis ist und man glauben könnte, dass die Homepage da eigentlich keinen großen Zusatznutzen darstellt.

Richtig ist allerdings auch, dass wir erstens schon vor der App sehr gute Erfahrungen mit der Webseite Dampfer.net gemacht hatten. Zweitens zeigt uns der große Erfolg der Homepage, dass sie definitiv notwendig ist. Allein 2013 konnten wir mehr als 780.000 neue Mitglieder begrüßen.

Ich bin mir sehr sicher, dass Apps wie LOVOO einen Einfluss
auf die Dating-Kultur in Deutschland hatten.
Immerhin sorgen sie für ein Höchstmaß an Spontanität.

Die Zahlen von LOVOO sorgen beim einen oder anderen Mitbewerber für neidische Blicke. Sie starteten 2011 bei null und werden wohl im Februar 2014 die 7,5-Million-Grenze durchbrechen. Mal ehrlich, häten Sie sich 2011 so einen Erfolg vorstellen können?

Börner: Naja, wie soll ich das sagen? Wir wussten, dass unser LOVOO-Live-Radar ein bisher nicht dagewesenes Feature war, das riesiges Potential hat. Dass es dann so überragend einschlägt bei unseren Mitgliedern war dann auch für uns eine positive Überraschung. Das war schon große Klasse und natürlich ein besonderer Ansporn für uns.

Und wer es jetzt schon gar nicht mehr aushalten kann:
Zahlen, Preise, Infos im großen Lovoo Test zur Flirt-App!


Ihr Team und Sie haben etwas geschafft, was eigentlich nicht mehr für möglich galt unter Experten. Sie haben ein neues Angebot zu einer der Top-Seiten im Bereich Online-Dating gemacht. Wie lautet Ihr Geheimnis? Raus damit...

Börner: Das Geheimnis ist eigentlich ganz einfach - und hier unter uns kann ich es ja lüften. Es besteht aus einer guten Idee, Experten-Wissen in unserer Crew und vielen Mitarbeitern, die extrem ehrgeizig sind und den Kunden mehr bieten wollen als die Konkurrenz.


Der Weg war allerdings nicht ganz so gradlinig, wie es sich jetzt anhört. Auch bei LOVOO gab es Momente des Umdenkens und Reagierens. So hieß die Seite zunächst Kiss2Go und wurde erst nach dem ersten grundlegenden Relaunch zu LOVOO. Warum eigentlich. War Kiss2Go keine gute Idee?

Börner: Doch, eigentlich schon. Doch kurz nachdem wir mit Kiss2Go auf den Markt gingen, meldete sich ein Berliner Radiosender und mahnte an, dass wir ältere Namensrechte verletzen würden. Wir hätten damals vor Gericht wohl Recht bekommen, hatten aber keine große Lust auf einen Rechtsstreit und entschieden uns für die Erschaffung einer neuen Marke. Innerhalb von drei Wochen verschwanden die Kussmünder auf allen Seiten und die neue Marke LOVOO erblickte das Licht der Welt. Ich denke nicht, dass Kiss2Go nicht auch erfolgreich gewesen wäre. Das Produkt an sich ist einfach gut.


Welche anderen Datingportale sind top?

testbericht Parship.at

 1.
Parship.at

testbericht LoveScout24.at

 2.
LoveScout24.at

testbericht Zoosk.com

 3.
Zoosk.com


Der Name LOVOO allerdings auch. Wie kamen Sie eigentlich auf diesen Namen und was steckt dahinter? Vor allem würde uns interessieren wieso sich LOVOO mit zwei OO schreibt. Gibt es dafür eine logische Erklärung?

Börner (muss schmunzeln): Ja, die gibt es. Schnallen Sie sich an. Letztendlich ist klar wo der erste Wortteil herkommt - natürlich von Love. Die zwei O verdankt LOVOO kurioser Weise einem Husky. Wir haben zufällig ein Video gesehen, in dem der süße Hund einen Laut macht, der sich anhört wie "LOVOOOO!". Wir haben uns angeschaut und mussten lachen. In dem Moment war der neue Markenname LOVOO geboren. Herzlichen Dank an den Husky aus dem Video an dieser Stelle...


Es folgte der Relaunch und ein harter, steiniger Weg zu Beginn, oder? Wie haben Sie die Entwicklung hin zu den ersten 100.000 Registrierungen erlebt?

Börner: Der Anfang war natürlich richtig aufregend. Bei jedem neuen User ging ein kleiner Aufschrei durchs Büro. Jede Neuregistrierung wurde genau verfolgt. Wir haben in dieser Zeit aber auch verdammt viel lernen müssen. So merkten wir schnell, dass App-Marketing etwas ganz anderes ist als Offline- oder Online-Marketing. Wir haben uns in dieser Zeit viel auf unseren Instinkt und die Rückmeldungen der Kunden verlassen müssen. Zum Glück hat das sehr gut funktioniert.

Gab es einen Moment, der alles verändert hat? Irgendwann muss die Kurve ja steil nach oben gegangen sein. Was war der Ausschlag? Heute sind immerhin europaweit über 7 Millionen User bei LOVOO registriert...

Börner: Rückblickend war sicher die einmillionste Anmeldung ein Meilenstein. Danach gab es massig Presseanfragen und unsere Bekanntheit in Österreich stieg von einer Woche auf die andere drastisch. Dazu kommt, dass unsere User die Seite offenbar sehr gerne weiterempfehlen. Die Kombination aus Öffentlichkeit und zufriedenen Usern hat dazu geführt, dass LOVOO heute nicht mehr zu stoppen ist. So scheint es jedenfalls...


Wie erwähnt starteten Sie ja mit der App für iPhone und Android. Erst dann folgte die Website. Wie ist denn eigentlich die Gewichtung: Wer nutzt das Web, wer die App?

Börner: In Österreich, Deutschland und der Schweiz macht die App den Löwenanteil aus, wir sprechen hier etwa über 92,2 Prozent. Wie viele User das Web nutzen kann sich jetzt jeder selbst ausrechnen. Es scheint als könne man diesen Anteil vernachlässigen. Aber Vorsicht: Wir wollen auch diejenigen erreichen, die keine iOS- oder Android-Nutzer sind.


Wie würden Sie den Unterschied zwischen LOVOO, Badoo oder MeetOne beschreiben? Und waren diese Seiten eigentlich ihre Vorbilder?

Börner: Ja, das war so. Allerdings nur in einem Bereich: Uns beeindruckte der Erfolg, den diese Seiten hatten. Wir haben damals gesehen, was auf diesem Markt möglich ist und alles getan, um mit unserem Produkt auch so erfolgreich zu werden. Ich denke, dass wir heute mit unserem Live-Radar ein patentiertes Alleinstellungsmerkmal haben, das uns von diesen und anderen Mitbewerbern abhebt. Heute schauen wir nicht mehr von unten auf diese Plattformen.


Wie fällt Ihre Analyse aus: Wo sind die anderen schlechter als LOVOO und wo vielleicht sogar besser?

Börner: Wenn es Dinge gäbe, die die anderen dauerhaft besser machen, hätte ich schon dafür gesorgt, dass wir es auch übernehmen. Deshalb fällt es mir bedeutend leichter zu erklären, wo wir besser sind: So sehe ich unseren großen Vorteil in erster Linie in der Stabilität unserer GPS-basierten App. Hier haben die anderen immer mal wieder Probleme. Ebenso denke ich, dass unsere App schneller ans Ziel führt und auch diverse spaßige Ansätze beinhaltet, die man nur bei uns findet.


Wächst mit Friendscout24, das jetzt intensiv auf den mobilen Markt will, ein neuer Konkurrent heran?

Börner: Ich denke nicht, dass Friendscout24 auf exakt dem selben Feld aktiv wird wie wir. Dennoch ist so ein Einstieg natürlich ein zusätzlicher Ansporn für uns. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass wir mit unserer App und dem dazugehörigen Service keine User an Friendscout24 verlieren werden. Die hohe Qualität von LOVOO müssen wir dafür aber natürlich beibehalten.

Wir haben bei unseren Tests herausgefunden, dass die User von LOVOO meist jünger als 30 Jahre alt sind. Gibt es weitere typische Merkmale eines LOVOO-Users? Wie sieht das typische LOVOO-Mitglied aus und wonach sucht es in erster Linie?

Börner: Das ist eine gute Frage. Ich versuche mal mein Wissen zusammenzufassen. Letztendlich richten wir uns in erster Linie an junge Erwachsene zwischen 17 und 35. Hiervon stammt ein großer Teil aus Großstädten. Nicht alle unserer Mitglieder sind übrigens Singles. Es gibt auch eine recht große Gruppe von kontaktfreudigen Menschen, die einfach gerne Kontakte in ihrer Umgebung knüpfen wollen. Aktuell sind 64% unserer User männlich. Lifestyle, Mode und Musik stehen für unsere User hoch im Kurs.


Was sagen Sie zu dem Vorwurf, bei LOVOO seien viele "professionelle" Damen unterwegs, also Prostituierte, die die App für ihre Zwecke nutzen würden. Gibt es so was bei LOVOO und wenn ja wie kann man sich als User dagegen schützen?

Börner: Ich kann leider nicht ausschließen, dass es immer mal wieder solche Damen in unsere Community schaffen. Allerdings tun wir alles, damit das nicht passiert. So haben wir zum Beispiel eine neue Verifizierungsfunktion eingeführt, bei der die Nutzer ihre Echtheit anhand von Portrait-Fotos unter Beweis stellen müssen. Zudem können uns User blitzschnell melden, wenn sie von einer solchen Person kontaktiert wurden. Unser Supportteam löscht diese Person dann - natürlich nach einer Prüfung des Falls - umgehend. Diese Personen sollten sich also nicht zu sicher sein...


Sind eigentlich viele der registrierten Nutze Premium-Kunden Ihrer Seite?

Börner: Bei den aktuellen Neuregistrierungen sind es etwa 15%, die sich für die Premium-Funktion "VIP" entscheiden.


Unsere Tester haben natürlich auch die LOVOO-App getestet. Dabei nervte unser Team ein wenig, dass unter der Woche immer die gleiche Gruppe Leute im Umkreis zu finden waren. Welche Rolle spielt dabei die mobile Sofort-Daten-Dynamik?

Börner: Wir geben gerne zu, dass unsere App den höchsten Fun-Faktor am Wochenende bietet, immerhin sind dann die meisten unserer Mitglieder unterwegs und offen für spontane Treffen. Allerdings liegt das in der Natur der Sache. Wie erwähnt sind unsere User meist jung, unternehmungslustig und interessiert an Partys und anderen Spaßveranstaltungen, die meist am Wochenende stattfinden. Durch den Live-Radar werden die Mitglieder dazu animiert, rauszugehen und am Nachtleben teilzunehmen. Die mobile Daten-Dynamik von LOVOO spielt meiner Meinung nach also durchaus eine entscheidende Rolle. Vor allem für Leute, die neu in einer Stadt sind, ist der Live-Radar perfekt.


Im Netz ist häufiger mal die Rede davon, dass Dating bei LOVOO recht oberflächlich sei. Können Sie das bestätigen? Und wenn ja, woran liegt das...?

Börner: Diese Vorwürfe sind ehrlich gesagt ein wenig kurios. Können Sie sich vorstellen wie viele Leute jeden Tag über unsere App miteinander flirten? Natürlich gibt es da auch oberflächliche Chats darunter. Das ist doch klar. Wir haben genauso Hochzeitspaare, die sich durch unsere App kennengelernt haben. Ist das auch oberflächlich? Der erste Kontakt ist ja immer ein wenig oberflächlich. Die Frage ist, was man draus macht.


Wir haben mal von einer Onlinedating-Kultur in Deutschland geschrieben. Damit meinen wir, dass es gewisse kulturelle Ansätze gibt, wie man sich beim Onlinedating zu verhalten hat und was gar nicht geht. Hatte LOVOO Ihrer Meinung nach einen Einfluss auf diese Kultur? Und wenn ja, welchen?

Börner: Ich bin mir sehr sicher, dass Apps wie LOVOO einen Einfluss auf die Dating-Kultur in Österreich hatten. Immerhin sorgen sie für ein Höchstmaß an Spontanität. Zudem denke ich, dass dadurch auch die Hemmschwelle niedriger geworden ist, jemanden zu kontaktieren. Mich würde sehr wundern, wenn diese Art des Datings nicht einen Einfluss auf die genannte Kultur genommen hätte.


Erlauben Sie uns abschließend noch die Frage nach der Zukunft. Was denken Sie: Wo geht die Reise für LOVOO hin? Wann knacken Sie die achtstellige Usergrenze?

Börner: Wenn sich die Dinge weiter so entwickeln wie aktuell, denke ich, dass wir Mitte 2014 die 10-Millionen-Grenze knacken werden. Aber bis dahin ist auch noch ein bisschen Weg vor uns.


Wir wünschen Ihnen auf diesem Weg alles Gute und wünschen Ihnen weiterhin viel Erfolg mit LOVOO!

Neugierig geworden?

Das Interview führte:

Daniel Baltzer beobachtet seit 2006 die Welt der Singlebörsen in Österreich und gilt in den Medien als führender Experte zum Thema. Seine Frau hat er allerdings nicht online kennen gelernt.
» Ich freue mich auf Ihre Anregungen!

Die weiteren Interviews neben dem mit "LOVOO.at App":

Markus Mellmann von candidate-app
candidate-app

"Bei Candidate führen über 50 Prozent der Matches Unterhaltungen im Chat!"

Markus Mellmann
Mitgründer der Candidate-App

(Kontaktanzeigen-Seite, 3. September 2018)

Markus Arnold von whispar
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"Beim Reden kommen die Leute zusammen. Wer eine Beziehung will, sollte miteinander sprechen."

Markus Arnold
Mitgründer & Investor von Whispar

(Kontaktanzeigen-Seite, 29. Juni 2018)

Michael Pilzek von LoveScout24.at
LoveScout24.at

"LoveScout24 steht für das volle Fünf-Gänge-Menü der Partnersuche und nicht nur für die Vorspeise."

Michael Pilzek
Geschäftsführer von LoveScout24.at

(Kontaktanzeigen-Seite, 8. Juni 2017)

Christian Kirschey von Bildkontakte.at
Bildkontakte.at

"Das durchschnittliche Mitglied, das bei Bildkontakte auf Partnersuche geht, ist im Laufe der Zeit reifer geworden."

Christian Kirschey
Geschäftsführer von Bildkontakte.at

(Kontaktanzeigen-Seite, 4. April 2017)

Kathrin Fankhänel von SingleMitKind.at
SingleMitKind.at

"Die Mitarbeiter von SingleMitKind.at sind von der Sache überzeugt. Sie geben alle ihr Bestes."

Kathrin Fankhänel
Mitgründerin von SingleMitKind.at

(Kontaktanzeigen-Seite, 18. März 2017)

Dominik Burgstaller von Bussi
Bussi

"Ehrlich gesagt: Bussi.at macht sich um die Mitbewerber nur wenig Gedanken."

Dominik Burgstaller
Mit-Gründer von Bussi.at

(Kontaktanzeigen-Seite, 5. Februar 2017)

Alle 45 Interviews mit Singleseiten...

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