"Beim Reden kommen die Leute zusammen. Wer eine Beziehung will, sollte miteinander sprechen."

Markus Arnold

Mitgründer & Investor von Whispar

Wir führten das Interview am 29. Juni 2018.

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Mitten in der schönen Wiener Altstadt und unweit der Kurkonditorei Oberlaa, liegt der Firmensitz von Whispar. Leider war Florian Gutmann, der Erfinder und Programmierer der Dating-App, gerade auf einem Fahrrad-Road-Trip.

Markus Arnold, der Hauptgesellschafter und Mitbegründer der Dating-App, war jedoch so freundlich, uns seine Zeit zu schenken. Und so haben wir im Gespräch mit ihm eine Menge über die Entstehung, Entwicklung und Zielsetzung der Dating-App Whispar erfahren.

Das ist Whispar App:

In 2016 gestartete Dating-App aus Wien

Gesamtbewertung:

Größe der Kartei:

Premium-Kosten:

Das Thema bei mir und Florian Gutmann war die Erkenntnis, dass die Sprache bei Dating-Apps wie Tinder einfach verloren geht.

Herr Arnold, wie kam es zu der Idee eine App zu kreieren, bei der es hauptsächlich ums Hören geht? Denn schaut man sich heute Tinder & Co. an, so ist das doch alles recht Bilderorientiert.

Das Thema bei mir und Florian Gutmann war die Erkenntnis, dass die Sprache bei Dating-Apps wie Tinder einfach verloren geht. Man wischt nur noch und nutzt abgekürzte Sätze oder Worte.

Und wie man in Wien so schön sagt: Beim Reden kommen die Leute zusammen. Wir waren uns also einig, dass Menschen, die eine Beziehung suchen, miteinander sprechen sollten.

Ganz ohne Bilder geht es bei Whispar aber natürlich auch nicht, schließlich will man sein Gegenüber irgendwann ja auch einmal sehen. Darum gibt es bei Whispar auch Profilbilder.

Wie viele Mitarbeiter gibt es aktuell bei Whispar?

Zählt man mich dazu, dann sind es vier Mitarbeiter. Sonst sind es drei, die operativ tätig sind: Der Programmierer, eine Person für den Kundenservice und eine Marketing-Kraft.  

whispar app interview
Investor Markus Arnold und Whispar-Gründer Florian Gutmann

Was war bei Whispar bisher das Teuerste?

Das Teuerste war bisher die Entwicklung, also die 3 ½ Jahre, die wir mit vier bis fünf Entwicklern zusammensaßen und die Grundstruktur entwickelten.

Welche Rückmeldungen gibt es bezüglich Fehlern bzw. Bugs bei Whispar?

Es gibt keine Rückmeldungen, weil die technische Lösung einfach sehr gut ist. Da machen sich die 3 ½ Jahre Entwicklung bemerkbar. Liest man sich die Bewertungen unserer App durch, dann gibt es niemanden der sagt, dass die App nicht funktioniert.

Wo wird Whispar am meisten genutzt?

Die meisten Whispar-Singles kommen aus Großstädten. Berlin funktioniert sehr gut, mit drei Millionen Menschen ist das ja auch eine gewaltige Stadt. In München, Frankfurt und Hamburg funktioniert die App auch sehr gut. München entwickelt sich derzeit übrigens zum neuen Whispar-Hotspot!

Welche anderen Datingportale sind top?

testbericht PARSHIP AT

 1.
PARSHIP AT

testbericht LoveScout24.at

 2.
LoveScout24.at

testbericht Zoosk.com

 3.
Zoosk.com

Für welche Singles ist Whispar gedacht?

Unsere stärkste Zielgruppe sind Singles über 35. Wir haben die App nicht für die 20-Jährigen gemacht. Das war uns damals aber auch völlig klar. Und in Wahrheit haben wir die App für Leute wie mich gemacht, denn ab 40 ist es nicht mehr ganz so einfach mit der Partnersuche.

Whispar hat einen hohen Frauenanteil, der über 40 Prozent beträgt. Die App eignet sich auch besonders gut für Frauen, denn wir haben uns gefragt, was das einfachste aller Themen für eine Frau ist, um sicher zu sein, dass es mit dem Gegenüber passen könnte. Und wir kamen zu dem Ergebnis:

Man spricht einfach miteinander!

Während meiner Partnersuche fand ich es zum Beispiel furchtbar, wie schnell die Leute auf Tinder ihre Telefonnummer hergaben. In meinem Freundes- und Bekanntenkreis gab es sehr viele Frauen, die genau deswegen nichts bei Tinder & Co. gemacht haben. Denn man weiß einfach nicht, mit wem man es zu tun hat.

Da ist es bei Whispar natürlich schon ein bisschen einfacher. Man kann mit jemandem sprechen, ohne, dass man sofort seine Identität oder Telefonnummer preisgeben muss.

Aber man muss ja, wenn man sich bei Whispar anmelden möchte, auch seine Telefonnummer angeben…

Ja, gut, weil Sie die App auf Ihrem Telefon installiert haben. Aber die Telefonnummer bekommt ja niemand. Und auch wir speichern die Nummer nicht.

Also nicht so wie bei Facebook mit Datenverkauf usw.?

Nein. Das ist ja mit den heutigen Vorschriften auch gar nicht mehr möglich.

Whispar gibt es nun ja schon seit April 2016. Wie hat die App sich entwickelt?

Wir haben hier in Österreich mit der App begonnen und es gibt hier knapp 5.000 Nutzer im Monat, die ständig online sind. In Deutschland sind es zehnmal so viele. Und darum ist Deutschland natürlich auch unser Hauptmarkt. Österreich ist auch ein bisschen klein für ein Beziehungs-Stand-Alone-Thema. Da muss es einfach der deutschsprachige Markt sein.

Wie lange nutzen Singles die Whispar-App im Durchschnitt, im Vergleich zu anderen Dating-Apps?

Leute die Whispar nutzen, benutzen die App definitiv länger. Wie bereits erwähnt, war ich ja auch einmal Single und hatte mir Tinder angeschaut. So eine App nutzt man einfach sechs oder sieben Wochen - und dann nicht mehr.

whispar app kontaktanfrage
Kontaktanfrage bei Whispar

Das ist bei den Whispar-Nutzern anders, denn hier kann man nicht nur eine Profil-Sprachnachricht erstellen, sondern sich auch (so wie bei WhatsApp) Sprachnachrichten schicken. Das machen sehr viele der User, wodurch man sich mit dem Gegenüber intensiv beschäftigt – statt einfach drüber zu wischen. 

Gibt es Zahlen zu den Haltezeiten bei Whispar? Also, wie lange die User im Durchschnitt online sind, wenn sie die App nutzen?

Da gibt es große Unterschiede, vor allem regional, örtlich und zeitlich. Was bei Whispar zum Beispiel nicht geht, ist, dass man in der U-Bahn sitzt und die App nutzt. Denn bei Whispar braucht man einfach mehr Zeit und Aufmerksamkeit als bei der Konkurrenz.

Man erhält bei Whispar fünf Profil-Vorschläge pro Tag. Das erscheint zunächst recht wenig, vergleicht man die App mit Tinder. Ist das eine willkürlich gewählte Zahl oder haben Sie das getestet?

Wir haben ausprobiert, wie groß die Konzentration auf die App und auf die neuen Vorschläge ist. Und da man ja jemandem zuhören und sich mit einer Person beschäftigen soll, auch wenn es nur 20 oder 30 Sekunden sind, haben wir erkannt, dass fünf Vorschläge das Maximum sind. Sonst wird es wie Tinder. Dann sind Sie einfach zu schnell, nehmen das Gegenüber nicht wirklich wahr und das wollten wir nicht.

Wonach werden diese fünf Vorschläge ausgesucht?

Grundsätzlich werden die Vorschläge räumlich und nach der Altersstruktur ausgesucht. Zusätzlich kann man auch Fragen stellen und sagen, was bzw. wen man sucht. Danach werden die Vorschläge dann auch ausgegeben.

Viele Singles haben sich jedoch beschwert, dass die vorgeschlagenen Profile so weit weg sind.

Naja, wenn Sie in der Nähe niemand passenden finden, dann kriegen Sie bald Leute zugeteilt, die weiter weg sind. Das ist einfach ein Problem der Größe. Ich kenne es ja von Tinder. Da kriegt man in Österreich dann die Slowakinnen aus Bratislava vorgeschlagen. Irgendwann ist das leider so und lässt sich nicht verhindern.

Im Google Play Store gab es ein paar krasse Bewertungen. Während die Männer sich über „fette, hässliche Kröten“ beschwerten, forderten die Frauen einen „Vollidiotenfilter“. Ziehen Sie diesbezüglich Konsequenzen, wenn Ihnen so etwas zu Ohren kommt?

Zunächst: Man kann den Menschen nicht in den Kopf schauen, das ist das Problem. Aber, wenn wir Beleidigungen oder so etwas zweimal hören, dann nehmen wir so ein Profil natürlich heraus. Man kann sich auf einer bestimmten Ebene einmal nicht verstehen, das kann passieren. Beleidigungen dürfen aber nicht sein.

Wie viele Premium-Nutzer hat Whispar derzeit?

Circa 10 Prozent der Mitglieder sind Premium-Nutzer. Was mir zu wenig ist. Ich hätte natürlich gerne 90 Prozent ;). Die Monetarisierung ist schwierig - aber das war uns klar.

Wie sieht es mit Werbung in der App aus?

Es gibt Werbung bei Whispar. Aber nie in der App selbst - das ist nicht unser Geschäftsmodell. Das Einzige, was wir bezüglich Werbung haben, sind Kooperationspartner. Das sind praktisch themenspezifische Product-Placements. Wir hatten zum Beispiel einen Berliner Verlag, der ein Buch über Liebe promotet hatte. Die User konnten sich das erste Kapitel über die App downloaden.

Werbung für die Whispar-App selbst hatten wir am Anfang sehr viel gemacht, allerdings schnell gemerkt, dass das nicht das Thema ist. Für unsere Dating-App funktioniert nur die Mundpropaganda und Google Play Store als Werbemaßnahme.

Wie sieht die Zukunft von Whispar aus? Stehen bereits neue Entwicklungen und Funktionen an?

Wir basteln immer an neuen Themen. Dadurch, dass wir im Jahr 2017 sehr viele neue Funktionen eingebaut haben, haben wir nun für ein halbes Jahr eine schöpferische Pause eingelegt.

Bald werden wir jedoch wieder neue Themen einbauen – insbesondere für die Premium-User.

Denn es soll natürlich für den, der zahlt, neue und bessere Möglichkeiten geben, sich noch weiter mit den Leuten zu beschäftigen.

Wir haben zum Beispiel beim Flirten viele Maßnahmen für die User ergriffen, damit es einfacher wird, miteinander ins Gespräch zu kommen.

Das Meiste, das wir tun, tun wir natürlich immer im Hinblick auf das Hören und die Sprache – und das funktioniert ganz gut. Sehr gut kommt derzeit beispielsweise unser Berliner Emoji an.

Wie lassen Sie sich bei Ihrer Arbeit an Whispar inspirieren? Schauen Sie auch einmal, was die Konkurrenz macht?

Am meisten orientieren wir uns am Feedback der User. Dadurch, dass wir mit Sprachnachrichten ein Stand-Alone haben, sind es die User, die uns erklären, was sie wollen und was noch fehlt.

Was war bisher die größte Beschwerde Ihrer User?

Das schwierigste Thema bzw. die größte aller Beschwerden ist: „Was sag ich jetzt?!“. Die Leute wollen, dass wir Ihnen das Reden noch einfacher machen. Wir sollen ihnen quasi vorgeben, was sie sagen sollen.

Aber genau das können wir eigentlich nicht, weil wir ja wollen, dass die Leute authentisch bleiben. Und das ist auch ein Problem:

Ich sage etwas und bin das aber gar nicht, was ich da gerade rede.

Aber das ist nun einmal das Wesen der Whispar-App. Das können wir auch nicht umdrehen. Und wenn sich Leute gar nicht wohlfühlen mit dem Sprechen, dann ist Whispar nicht die richtige App für sie.

Konnten Sie Ihren Usern trotzdem Unterstützung anbieten?

Ja. Wir haben den Usern gezeigt, was sie sagen können und Tipps gegeben, wie man beim Verfassen einer Sprachnachricht natürlich wirkt.

Gibt es bestimmte Ziele bei Whispar für die Zukunft?

Für 2019 haben wir eine Verbreiterung geplant, wenn es uns gelingt, die jetzige Grundstruktur so weiterzuführen. Das ist jedoch alles mit Geld verbunden.

Die weiteren Planungen hängen davon ab, wie sich die App im nächsten halben Jahr entwickelt. Wenn wir dann das Gefühl haben, alles passt, dann werden wir das Ganze größer machen.

Herr Arnold, wir danken Ihnen herzlich für das interessante Gespräch und wünschen Ihnen und der Entwicklung von Whispar alles Gute!

Neugierig geworden?

Das Interview führte:

Daniel Baltzer beobachtet seit 2006 die Welt der Singlebörsen in Österreich und gilt in den Medien als führender Experte zum Thema. Seine Frau hat er allerdings nicht online kennen gelernt.
» Ich freue mich auf Ihre Anregungen!

Die weiteren Interviews neben dem mit "whispar":

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"Bei Candidate führen über 50 Prozent der Matches Unterhaltungen im Chat!"

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"Das durchschnittliche Mitglied, das bei Bildkontakte auf Partnersuche geht, ist im Laufe der Zeit reifer geworden."

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"Die Mitarbeiter von SingleMitKind.at sind von der Sache überzeugt. Sie geben alle ihr Bestes."

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"Ehrlich gesagt: Bussi.at macht sich um die Mitbewerber nur wenig Gedanken."

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(Kontaktanzeigen-Seite, 5. Februar 2017)

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