Singlebörsen-News  » Meldung vom 18. April 2006

Studie über Online-Dating-Beziehungen
Eine Studie der Universität in Bath/England untersuchte im Auftrag von Match.com das Dating-Verhalten von Paaren

München (18.04.2006/15:00) - Noch immer wissen wir relativ wenig über Partnerbeziehungen, die über Online-Dating zustande gekommen sind. Welche Kommunikationsinstrumente werden verwendet, bevor man endlich ein persönliches Treffen vereinbart? Welche der Kommunikationsformen wird von den Datern im Nachhinein als ganz besonders wichtig eingestuft, um eine Bindung zu jemandem aufzubauen, über den man zwar durch das Online-Profil schon einiges weiß, den man aber noch nie gesehen hat. Und schließlich die Kardinalsfrage: Welche Faktoren bestimmen das Gelingen einer Beziehung.

Dr. Jeff Gavin vom Psychologischen Institut der Universität Bath in England geht diesen Fragen in einer Online-Befragung von 147 ehemaligen Mitglieder von Match.com und ihrer Schwester-Site Udate.co.uk nach. Alle 147 Befragten haben über Match.com ihren Herzenspartner gefunden und waren zum Zeitpunkt der Befragung noch in dieser Partnerbeziehung.

Birgitta Schall, Communications Managerin bei Match.com Deutschland: "Zum ersten Mal wurde die schrittweise Annäherung von Online-Datern, deren Vorstellung von der idealen Beziehung, und ob sie diese bei ihrem Online-Dating-Partner gefunden haben, wissenschaftlich fundiert untersucht. Die Ergebnisse geben uns Aufschluss darüber, dass Match.com als Partnervermittlung funktioniert. Diese im Jahr 2005 in England durchgeführte Studie wird in diesem Jahr nach und nach von Dr. Gavin auf die einzelnen Länder in Europa ausgeweitet. Natürlich bin ich schon auf die Ergebnisse in Österreich gespannt - und auf den Vergleich mit den anderen Ländern."

Eine Woche bis ein Monat zum ersten Treffen

Eine Mehrheit von 78 Prozent kommunizierte zwischen einer Woche und einem Monat, bevor es zu einem persönlichen Treffen kam. Nur 7 Prozent sahen sich bereits weniger als eine Woche nachdem sie das erste Mal über Match.com Kontakt aufgenommen hatten. Bei den restlichen 15 Prozent dauerte es länger als ein Monat, bis sie sich trafen.

Eine Vielzahl von Kommunikationsmitteln sichert den Kontakt

Das Online-Dating bietet ja, im Gegensatz zum Flirt in der Bar, viele verschiedene Formen der Kommunikation, über die man sich nach und nach dem anderen annähern kann. Die Studie hat ergeben, dass auch tatsächlich alle zur Verfügung stehenden Kommunikationsinstrumente genutzt werden, bis es zum ersten Date kommt. 

Wie zu erwarten, wählten 99 Prozent der Befragten das E-Mail für den ersten Kontakt. 90 Prozent haben sich dann weiter mit SMS verständigt, 75 Prozent über Online-Chat. Überraschende 59 Prozent setzten den schriftlichen Kontakt mit Hilfe des vergleichsweise altmodischen Mediums einer Postkarte oder gar eines Briefes fort. In 85 Prozent der Fälle wurde die rein textbasierte Form der Annäherung durch die Stimme am Telefon ergänzt.

Interessanterweise haben 54 Prozent der Befragten eine Webcam eingesetzt, um nicht nur den potentiellen Partner, sondern auch sein unmittelbares Umfeld in Augenschein zu nehmen. Bei 73 Prozent fand ein reger Austausch von Fotos statt. Ein Bild sagt eben doch mehr als tausend Worte.

Am besten lernt man den anderen über E-Mail oder übers Telefon kennen

Als eindeutig wichtigste Form der Kommunikation wurde die E-Mail von 70 Prozent der Befragten genannt. Das Telefon war für 59 Prozent "sehr wichtig" beim Kennenlernen. Überraschend ist, dass von den 54 Prozent Webcam-Usern ganze 80 Prozent angaben, dass diese Form der Kommunikation, obwohl sie doch dem eigentlichen Leben am nächsten kommt, im Nachhinein überhaupt keine Relevanz hatte. 

Ähnlich eindeutig auch die Aussage zum Austausch von Briefen und Postkarten. Von den 59 Prozent, die diese Kommunikationsform gewählt hatten, gaben 87 Prozent an, dass sie letztendlich keine Rolle gespielt habe bei der Entscheidung, sich mit dem anderen zu treffen. Dr. Gavin führt jedoch hier an, dass zu berücksichtigen sei, dass diese im Nachhinein als unwichtig eingestuften Kommunikationskanäle sehr wohl eine wichtige Funktion erfüllen.

Webcam und Briefkontakt helfen, Vertrauen zu signalisieren und aufzubauen, etwa, indem mit der Postanschrift der Bezug zur "realen Welt" hergestellt wird und indem mit der Webcam schon einmal ein Treffen in der Wirklichkeit geprobt werden kann. Das sind letztendlich alles einzelne Schritte, um den Kontakt herzustellen, zu halten und auszubauen. Wie weit das geht, kann jeder gleichberechtigt und immer wieder aufs Neue selbst entscheiden.

Das Dreieck der Liebe: Nähe, Leidenschaft und Bindung

Schließlich wollte Dr. Gavin wissen, wie die Teilnehmer der Befragung sich die ideale Liebe vorstellen, um deren Wunschvorstellung dann mit der Beziehung vergleichen zu können, die sie mit ihrem Partner führen. Als Grundlage diente Robert Sternbergs Dreieckstheorie der Liebe. Nach Sternberg spielen drei Faktoren eine Rolle: "Emotionale Nähe", "Leidenschaft" sowie "Bindung und Entscheidung". Je nachdem, in welchem Verhältnis diese drei Faktoren zueinander stehen, unterscheidet er folgende Typen der Liebe: Mögen, Verliebtheit, Leere Liebe, Romantische Liebe, Kameradschaftliche Liebe, Lusterfüllte Liebe und Erfüllte Liebe. Die Erfüllte Liebe ist die gelungenste Form der Liebe, weil hier in hohem Maße Nähe, Leidenschaft und Bindungsbereitschaft zusammen kommen.

Erfüllte Liebe als Idealvorstellung

Nach ihrer Idealvorstellung befragt, sagten knapp über die Hälfte (52 Prozent), es sei wichtig, alle drei Faktoren, also Nähe, Leidenschaft und Bindung, in hohem Maße zu verspüren. Kameradschaftliche Liebe, also der Typ Liebe, wo Nähe und Bindung herrschen, aber keine Leidenschaft, stand mit 29 Prozent an zweiter Stelle der idealen Beziehungen. Und 14 Prozent halten "Mögen", welches Nähe garantiert, aber die Abwesenheit von Leidenschaft und Bindung beinhaltet, für ihre ideale Form der Liebesbeziehung. Wie zu erwarten, unterscheiden sich die Vorstellungen von Männern und Frauen grundlegend was den Idealtypus der Liebe angeht.

Während 59 Prozent der Frauen nach "Erfüllter Liebe" streben, ist das nur bei einem deutlich geringeren Anteil der Männer (37 %) der Fall. 30 Prozent der Männer wünschen sich eine "Kameradschaftliche Liebe" oder streben gar eine Art Beziehung an, bei der weder Nähe noch Leidenschaft oder Bindung eine Rolle spielen (14%). Diesen Typ Liebe nennt Dr. Gavin "Nonlove". Für nur 21 Prozent der Frauen ist die "Kameradschaftliche Liebe" ohne das Element der Leidenschaft das Liebesideal, ein nur sehr geringer Prozentsatz wünscht sich die "Nonlove" (7%). Frauen sind in Liebesdingen eben tatsächlich einfach anspruchsvoller - zumindest wenn es um die Idealvorstellung geht.

Erfüllte Liebe mit Match.com - aber erst auf den zweiten Blick

Überraschende 61 Prozent gaben an, dass sie "Erfüllte Liebe" in der Beziehung mit dem über match.com gefundenen Partner erleben. Weitere 16 Prozent empfinden "Kameradschaftliche Liebe". Beim Vergleich der Geschlechter schnitten die Männer deutlich besser ab. Überraschende 67 Prozent der Männer gaben an, bei ihrer Match.com-Partnerin das höchste Liebesideal, die "Erfüllte Liebe", gefunden zu haben, und das, obwohl nur 37 Prozent der Männer diesen Liebestypus als Ideal angegeben haben.

Deutlich weniger Frauen haben die "Erfüllte Liebe" gefunden, aber immerhin noch 57 Prozent. Dr. Gavin setzte den Liebestypus in Relation zur Dauer der Beziehung und fand heraus, dass diejenigen, die in ihrer Partnerschaft "Erfüllte Liebe" fanden, am längsten von allen Befragten, nämlich durchschnittlich bereits zwölf Monate, mit ihrem Partner zusammen sind. Das bestätigt einmal mehr, dass auch im Internet geschlossene Beziehungen den allgemeinen Beziehungsgesetzen folgen. Bis zur wahrhaft erfüllten Liebe braucht es den passenden Partner - und Zeit.

Die große Mehrheit lebt in zufriedenen Beziehungen

Nach ihrer allgemeinen Zufriedenheit in der Beziehung befragt, antworteten fast 90 Prozent der 147 ehemaligen Match.com Mitglieder, sie seien entweder sehr zufrieden (47%) oder zufrieden (42%). Nur 12 Prozent antworteten, sie seien weniger zufrieden.

Quelle: ots

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