Der "Scout-Tower" ragt
majestätisch in den Münchener Himmel. Kein Wunder, er hat immerhin 13 Etagen.
Hier sind wir mit Friend Scout24-Chef Christoph Mempel zum Interview verabredet.
Wir wollen mit ihm über die Entwicklung von Friend Scout24 sprechen und
entlocken ihm dabei das ein oder andere interessante Geheimnis.
Herr Mempel, wird man als Chef des
Single-Portals Friend Scout24 von den Kollegen der Scout-Gruppe belächelt?
Nein, absolut nicht! Wir sind mittlerweile an dritter Stelle in unserem
Konzern. Nur ImmobilienScout24 und AutoScout24 sind vor uns in den Umsatzzahlen.
Auch diese Zahlen belegen unseren Wert für das Unternehmen: Zwei der 13
Stockwerke des "Scout-Tower" sind von uns besetzt. Unsere
Mitarbeiterzahl ist seit dem Jahr 2004 von 15 auf fast 90 gestiegen.
Sie sind also auch zufrieden mit den Zahlen bei Friend Scout24?
Man sollte nie zufrieden sein, denn dann lässt man nach. Aber bei
Friend Scout24 sind heute schon über 6,4 Millionen Mitglieder registriert.
Jeden Tag melden sich etwa 9000 neue Mitglieder bei uns an. In der Zählung
werden dann allerdings nur die angezeigt, die in den letzten 180 Tagen aktiv
geworden sind. Das drückt die Zahl dann natürlich.
Woher kommen die Singles bei Friend Scout24?
Die meisten kommen natürlich aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Das macht rund 85% der Friend Scout24-Singles aus. Stark ansteigend sind
allerdings auch unsere Zahlen in Italien und Spanien. Dort haben wir
zusammengerechnet auch schon über 1 Million Mitglieder.
Welche Rolle spielt Österreich für Sie?
Österreicher haben eine sehr gepflegte Flirtkultur und sind sehr kreativ.
Natürlich stellen sie einen kleineren Teil der Mitglieder im Vergleich zu
Deutschland dar. Aber die Qualität der Flirt-Profile ist in vielen Fällen
mindestens genauso gut und kreativ - wenn nicht sogar besser.
Welche "Singles" trifft man bei Friend Scout24?
Das lässt sich kaum eingrenzen. Auf Friend Scout24 gibt es von allem
etwas. Wenn ich jetzt eine Gemeinsamkeit der User nennen müsste, wäre es wohl
der Spaß am Flirten. Alle wollen ihr Leben in die Hand nehmen und es aktiv
gestalten. Im Grund genommen sind die Singles bei Friend Scout24 aber einfach
Menschen wie Du und ich. Positive Menschen, die teilweise sehr gut aussehen, aus
unterschiedlichen Bildungs- und Berufsklassen.
Wo sind die geographischen Schwerpunkte bei Friend Scout24 in Österreich?
Ganz eindeutig in den Städten - wie
übrigens in den meisten anderen Ländern auch. Wien ist ganz vorne, aber auch
Linz und Graz. In einigen ländlichen Gebieten baut sich erst langsam eine
Mitgliedergemeinde auf. Dort muss sich erst der Gedanke durchsetzen, dass
Online-Singlebörsen etwas ganz Normales und nichts Unnatürliches sind.
Zählen die meisten Singles bei
Friend Scout24 zu den Aktiven oder eher zu den Passiven?
Es gibt solche und solche. Wer online angesprochen werden möchte, wird bei
Friend Scout24 aber sicher keine Probleme haben. Jeden Monat zählen wir rund 1,2
Millionen aktive User. Ein Drittel davon ist komplett neu. Das Verhältnis
Mann/Frau ist dabei fast ausgeglichen. Ich denke Friend Scout24 ist eine sehr
reizvolle Seite für alle Singles - ob aktiv oder passiv.
Die Quantität bei Friend Scout24
stimmt also. Wie sieht es mit der "Qualität" aus?
Die Qualität steigt stetig, was nur zu einem Teil an uns als Unternehmen liegt.
Natürlich achten wir darauf "Schwarze Schafe" und Fakes so schnell
wie möglich auszusortieren. Aber in erster Linie sind unsere Mitglieder für
die stetige Qualitätsverbesserung verantwortlich. Wo früher noch unbedacht ein
schlechtes Foto neben den lieblos ausgefüllten Fragebogen geklatscht wurde, ist
jetzt viel mehr Liebe zum Detail im Spiel. Das Foto und die Selbstdarstellung
im von Friend Scout24 entwickelten Fragebogen werden heute - zurecht -
sehr ernst genommen. Jede Kleinigkeit kann auf eine andere Person anziehend oder
abstoßend wirken - das haben viele verstanden. So sind die meisten Profile auf
dem neuesten Stand.
Darüber hinaus ist ein anderes Phänomen der Anfangsjahre zum Glück fast
vollständig verschwunden: Massenmails! Ich erinnere mich noch an Männer, die
an einem Abend bis zu 2.000 Frauen gleichzeitig anschrieben. Diese
Extra-Schlauen haben mittlerweile gemerkt, dass Frauen individuell angesprochen
werden wollen.
Machen dem Friend Scout24-Chef die Social Communities Sorge?
Jein. Natürlich bieten sich den Leuten auf Meinvz, Facebook oder Studivz
Möglichkeiten, die es früher nicht gab - auch dort kann man einen Partner
finden. Allerdings passiert das auf diesen Seiten nicht gezielt, sondern eher
durch einen Zufall und ist somit ein Glücksspiel. Bei Friend Scout24 ist das
anders: Wir sind halt ein "Spezialist" im Verkuppeln. Bei uns kann
jeder ganz gezielt nach einem passenden Gegenüber suchen. Und das vollkommen
anonym und - ganz wichtig - gezielt. Der Fragebogen, der am Anfang auszufüllen
ist, wurde speziell für Friend Scout24 entwickelt. Wäre er nicht so
entscheidend für die Partnersuche, könnte man ihn auch weglassen. Das haben
die Singles in Deutschland erkannt. Unser Zulauf ist trotz der Social
Communities ungebrochen groß.
Welche Bedeutung hat Online-Dating für Österreich?
Keine entscheidende, aber eine nicht zu unterschätzende. Immerhin gibt es auch
in Österreich Vereinsamungs-Tendenzen bei vielen Menschen. Nicht umsonst
erleben die eben angesprochenen Social Networks eine solch starke Phase. Bei
Friend Scout24 bekommen diese Leute professionelle Hilfe. Nicht umsonst bieten
wir in Österreich eine Erfolgsquote von fast 35%. Sie hätten nur bessere
Aussichten, wenn sie jeden Tag auf einer Privatparty eingeladen würden. Ich
denke nicht, dass das zutrifft, oder?
Mit anderen Worten blicken Sie der
Zukunft von Friend Scout24 sehr positiv entgegen?
Absolut! Die Menschen werden auch in Zukunft flirten. Vielleicht wird die Anzahl
derer, die das über das Internet tun sogar noch deutlich zunehmen. Nicht
umsonst geht es unserer Branche nach schwierigen Anfangsjahren
mittlerweile gut. Die Krise hat uns nicht wirklich geschadet. Natürlich dürfen
wir uns auf dem Erreichten nicht ausruhen. Wir werden versuchen, den Service für
unsere User kontinuierlich zu verbessern. Als einer der hochwertigsten Anbieter
auf diesem Gebiet mache ich mir keine großen Sorgen, dass uns das gelingen
wird. Besonders in Ländern wie Spanien oder Italien ist noch sehr viel Luft
nach oben. Aber auch Österreich kann quantitativ gegenüber Deutschland noch
viel Boden gutmachen.
Herr Mempel, vielen Dank für das Gespräch!