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Loooook.at im Interview mit Professor Pritz:
Experten-Interview zur Partnerschaftsvermittlung im Internet
Mit
Univ. Prof. Dr. Alfred Pritz, Gründer und Rektor der Sigmund Freud
Universität in Wien sprachen für www.loooook.at Karl Schrittwieser
und Dr. Peter Cerny über das Thema Partnerschaftsvermittlung im
Internet.
Loooook: Herr Professor, sehen sie in der Partnersuche über
das Internet eine Entwicklung des Computerzeitalters?
Prof. Pritz: Nein. Partnervermittlung gab es bereits vor
Jahrhunderten. Es ist eine Tradition, die nicht nur bei uns, sondern
in sämtlichen Kulturen zu beobachten ist. Ob in Marokko, wo sich
geschiedene oder verwitwete Frauen auf einem großen Markt ihren
Traummann aussuchen, oder im fernen Indien oder im antiken
Griechenland; Heiratsmärkte im Internet sind vom Ansatz her dasselbe.
Durch die Technologisierung ist heute eben wesentlich einfacher, einen
Partner zu finden.
Loooook: Sie sagen einfacher. Fehlt dabei nicht die - nennen
wir es Aufgeregtheit - wenn sich ein Suchender so ganz einfach vom
Computer aus seinen Traumpartner suchen kann?
Prof. Pritz: Diese "Aufgeregtheit" produziert der
Mensch selbst. Es werden Duftstoffe zur Kommunikation produziert, die
sich Pheromone nennen. Beim Mann sind das nachgewiesenermaßen das
Androstenon, ein Umbauprodukt des Sexualhormons Testosteron, das über
die Schweißdrüsen auf die Körperoberfläche gelangt. Versuchsreihen
haben ergeben, dass - auch Frauen produzieren solche Hormone - die
Attraktivität gesteigert wird.
Loooook: Dieser Vorgang wird, bei optischer Reizung
ausgelöst. Nun gibt es im Internet, außer bei Kontakt Agenturen sehr
selten Bilder. Nur 30% der Partnersuchenden stellen ihr Bild ins Netz.
Haben sie da nicht einen gewaltigen Nachteil?
Prof. Pritz: Ja und nein. Bilder entstehen im Kopf. Die
müssen erst gar nicht vorhanden sein. Vor allem wenn man davon
ausgeht, dass derjenige, der gefunden werden möchte eine Beschreibung
seiner Person abgibt. Diese Beschreibung allein genügt, um ein Bild
zu produzieren, auf das Mann/Frau unterschiedlich reagiert. Die
Rezipienten der Botschaft haben eine Erwartungshaltung, sowohl Sender
als auch Empfänger haben die gleiche Motivation, wenn sie sich einer
Partnervermittlung bedienen.
Loooook: Nur die "Duftstoffe", die Pheromone,
gehen am Empfänger vorbei.
Prof. Pritz: Richtig. Aber wir gehen ja davon aus, dass es
zu einem Treffen kommt, das einen harmonischen Abschluss findet.
Loooook: Eine andere Frage. Glauben sie, dass oft mangelndes
Selbstbewusstsein der Grund ist, den Weg zu einer glücklichen
Gemeinschaft über das Internet zu suchen?
Prof. Pritz: Nein. Ganz im Gegenteil. Wenn jemand diesen Weg
zur Partnerschaft wählt, dann muss er sich bewusst sein, dass er,
egal ob Mann oder Frau, in einem großen Markt agiert. Er wird auf
Herz und Nieren geprüft. Da gehört eine ordentliche Portion
Selbstbewusstsein dazu, sein Innerstes so ehrlich als möglich
darzustellen, dass seine "Sendung" beim
"Empfänger" möglichst positiv ankommt. Ich sehe die
Verwendung des Medium Internet vor allem aus der Sicht der Effizienz
als positiv an. Wenn ich in die Rolle eines Suchenden schlüpfe, dann
entstehen bei dieser Form der Kontaktaufnahme sicher nur geringe
Kosten, und ich habe zusätzlich noch den Effekt, dass ich nur auf
Gleichgesinnte treffe. Also habe ich mit Sicherheit den geringsten
"Streuverlust". Ich bewege mich wie schon gesagt in einem
abgegrenzten Markt, der mir zwar keinen unmittelbaren Gewinn
garantieren kann, aber dafür höhere Wahrscheinlichkeiten verspricht.
Loooook: Herr Professor, wir danken ihnen für dieses
Gespräch.
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Quelle: loooook.at
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