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News aus der Singlebörsen-Welt in Österreich

Single-Tourismus: Schwule lieben Barcelona und Berlin
Homosexuelle Männer reisen öfter als Heteros und geben dabei mehr Geld aus.

Wien, 10.07.2009 - Ausgerechnet Kärnten ist das Vorreiterland. Dort hat man schwule Männer als attraktive Gäste entdeckt und 2008 zum ersten Mal zum "Pink Lake Festival" an den Wörthersee geladen: Trachtenparty, Speed-Dating, „Sissi Ball“: Das viertägige Fest hat der Region 2500 zusätzliche Nächtigungen und 250.000 Euro Wertschöpfung gebracht.

„Für Österreich ist das Neuland, aber Schwule sind finanzstark und unabhängig, eine sehr attraktive Zielgruppe“, sagt Isabella Rauter von der Kärnten Werbung. Dieses Jahr erwartet man im September um 20 Prozent mehr schwule Gäste beim Pink Lake Festival.

Das Beispiel könnte Schule machen, denn Schwule fahren öfter und luxuriöser auf Urlaub als ihre heterosexuellen Geschlechtsgenossen, wie die Marktforscher von Marketagent.com erhoben haben.

Schwule fahren öfter ins Ausland, bevorzugen kurze Städtetrips und geben dort mehr aus als Heteros. Besonders beliebte „Gay-Städte“ sind London, Berlin, Barcelona und Paris. Wien folgt auf Platz sieben; homosexuelle Männer haben Wien bei der Umfrage als deutlich attraktiver bewertet als die heterosexuellen Vergleichsmänner, die ebenfalls befragt wurden.

Die Destinationen sprechen Schwule mittlerweile gezielt an. So betreiben etwa Wien und Salzburg eigene Infoseiten für schwule Urlauber, und auch Hotels deklarieren sich inzwischen als besonders „Gay-friendly“.

Hetero-Domäne Skiurlaub

„Typisch schwule Destinationen“ seien auch Spanien, die USA, Kanada oder der Ferne Osten, sagt Marktforscher Thomas Schwabl.

Für einen Sommerurlaub sprechen sich Männer jeglicher sexuellen Orientierung gleichermaßen aus, im Winter sind Schnee und Berge bei Heterosexuellen aber viel beliebter als bei Schwulen.

Die homosexuellen Urlauber sind lukrative: Sie sind mit mehr als 30 Prozent überdurchschnittlich oft in Fünfsternhotels anzutreffen, und knapp 29 Prozent der Schwulen geben am Urlaubsort mehr als 100 Euro am Tag aus, bei den heterosexuellen Männern tun das nur 23 Prozent.

Das entspricht der generell hohen schwulen Kaufkraft: Die geschätzten 200.000 homosexuellen Männer in Österreich (je nach Studie dürften zwischen fünf und 15 Prozent der Männer homosexuell sein) verfügen je über ein Bruttojahreseinkommen von 34.717 Euro (2006), so die Statistik der IGLCC (International Gay and Lesbian Chamber of Commerce).

Das jährliche Brutto-Median-Einkommen in Österreich lag 2007 bei 22.815 Euro, das der Männer bei 28.226 Euro. Laut Marketagent.com verfügen die homosexuellen Männer in Österreich gemeinsam über eine Kaufkraft von 17 Mrd. Euro.

Lesben wurden in der Erhebung nicht berücksichtigt. Die (finanziellen) Verhältnisse seien nicht mit denen der Schwulen zu vergleichen und kaum erfasst, heißt es.

 

Quelle: diepresse.com

 

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