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News aus der Singlebörsen-Welt in Österreich
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Studie: 900.000 Österreicher haben online einen Partner gefunden
Wien, 04.09.2009 - Verkabeltes Verkuppeln: 900.000 Österreicher haben im
Internet einen Partner kennengelernt. Online-Agenturen und Single-Börsen
boomen.
Also sprach der Schwarze Panther vom Alsergrund : "Die Erste hatte einen
Hieb, ganz generell; die Zweite einen guten Charakter, aber eine schiache Optik
- auch noch nach literweise Bier; die Dritte nur das Zeug zur guten Freundin;
die Vierte einen Esoterik-Vogel." Allesamt: "Kontakte für maximal
drei Monate." Mit der fünften WWW-Bekanntschaft lebt der echte Wiener nun
in einer fixen Beziehung. Endlich die große Liebe, glücklich seit drei Jahren.
Die Partnersuche im Internet liegt erstmals nach "Ausgehen" und
"Freundeskreis" auf Platz drei jener Orte, an denen die Österreicher
jemanden kennenlernen. Laut aktueller Studie haben bereits 900.000 online einen
Partner gefunden.
"Die Partnervermittlung über das Internet geht relativ schnell, auch
wenn es eine schlimme Fleischbeschau ist", sagt der Schwarze Panther vom
Alsergrund. Weil es im Alltag mit den Frauen nie geklappt hatte, suchte er sein
Glück in einer kostenlosen Singlebörse: Keine "Brieffreundschaft",
einerlei, ob "mit Kind im Haushalt" oder nicht, jedenfalls eine
"sexuelle Beziehung". Seine Sternschnuppe landete zufällig im
Chatroom. Ein riesiges Glück. Denn: "Neunzig Prozent sind seltsame
Kontakte", resümiert der Mittvierziger.
"Ich habe geschaut, was die Konkurrenz macht. Die Frauenprofile lesen
sich viel interessanter", sagt Lore Huber, die auch internationale
Erfahrungen in Sachen Online-Partnersuche hat. Auch sie weiß: Den Männern geht
es mehr um Sex und Seitensprünge - vor allem auf den Gratis-Plattformen. Bei
den kostenpflichtigen Agenturen gibt's fürs gute Geld Psychoreports und
Auswertungen. Man erfährt über sich nicht immer, was man wissen will. "Es
ist unangenehm und schwierig, sich selbst zu beschreiben. Man möchte sich gut
verkaufen, aber nicht überheblich klingen. Man möchte sich von der Masse
abheben, das kann aber in die Hose gehen", sagt die fesche Managerin. In
Großbritannien, wo sie arbeitet, gibt es aus diesem Grund Börsen, in denen
Bekannte den suchenden Single charakterisieren. Letztlich klingen alle
Beschreibungen gleich.
Gauner & Freaks
"Es ist eine Art der Anbahnung, eine sehr zeitgemäße Möglichkeit -
vor allem für Erwachsene. Es weitet den Radius aus", sagt Lore. Sie hat
Förster und Militaristen kennengelernt, Schwindler und Ungustln, die zu Recht
alleine stehen. Sie hat Gratis-Plattformen genutzt und teuer bezahlt. "Es
ist wie in verschiedenen Lokalen, wo man weiß, welches Publikum verkehrt. Hier
das Beisel, da das feine Besteck am Tischtuch", sagt die 45-Jährige. Und
dazwischen immer ein paar Freaks, die sich rasch aussortieren lassen.
Dann wird es trotzdem spannend. Das Kennenlernen. Das flaue Gefühl im Magen
oder die Schmetterlinge im Bauch. Ums echte Leben kommt man nicht herum. Bei
Lore heißt das echte Leben Lee, kennengelernt im ... Internet.
Generationswechsel
Auch jüngere Semester nützen den Computer für die Partnerwahl - jedoch
abseits (entgeltpflichtiger) Agenturen. "Ich glaub' nicht, dass ein Typ,
der so viele Partyfotos auf facebook hat, etwas für mich sein kann", sagt
Camilla, 19. "Niemand für eine ernsthafte Beziehung." Eine längst
übliche Vorgehensweise der Teenager, um mehr über den zukünftigen
Ja/Nein/Vielleicht-Freund herauszufinden.
Wo Paarship
und andere Plattformen Geld sehen wollen, ermöglichen boomende Socialnetworks
wie facebook spielerisches Kennenlernen. Gleiche Hobbys? Gleicher
Musikgeschmack? Ein Login sagt mehr als tausend Worte.
Quelle: kurier.at
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